Wissenswertes

15.02.2017

5 Trends, die das Projektmanagement verändern werden


Die Projektmanagementlandschaft wird im Jahr 2017 anders aussehen. Da sich Klienten, Stakeholder, Unternehmen, Regierungs- und Umweltschutzerwartungen verändern, werden die Anforderungen an PM-Zertifizierungen, technisches Wissen und Schulungen stark steigen – aber das ist noch nicht alles.

Eine Veränderung im Projektmanagement findet als Ergebnis von Veränderungen der Geschäftspraktiken, Anforderungen und Erwartungen statt. Es ist eine stärkere Fokussierung auf die Menschen, Prozesse und Technologien, die für eine erfolgreiche Durchführung von Projekten benötigt werden. Für Unternehmen wird es nicht mehr sinnvoll sein, mit begrenzten Ressourcen zu agieren, wie sie es in der Vergangenheit getan haben. Hier sind fünf Trends, die das Projektmanagement in Zukunft neu gestalten werden.

 

TREND 1: DER „LASER-FOKUS“ AUF DIE STRATEGIE ÜBER PROJEKTE

Konkurrenz, begrenzte Ressourcen, interne und externe Umweltfaktoren, Zeit- und Haushaltszwänge wirken sich zunehmend auf Unternehmen aus. Führungskräfte müssen ihre PMOs oder Projektmanagement-Teams umwandeln, um alle Bemühungen auf das Erreichen der Geschäftsziele zu konzentrieren.

Während Industrie-Benchmarks nützlich in der allgemeinen Planung sind, müssen sich die Führungskräfte weniger auf diese allgemeinen, industriebezogene Daten konzentrieren, die manchmal Planungssitzungen dominieren und sich mehr von präzisen geschäftliche Stärken und Schwächen leiten, um damit sie die besten Chancen zu ermitteln, spezifisch identifizierte Ziele zu erreichen. Die Errichtung eines Enterprise Project Management Office (EPMO), das sich ausschließlich auf die Erreichung der Gesamtstrategie und nicht auf einzelne Abteilungsziele konzentriert, kann die Chancen, diese Ziele zu erreichen, erheblich steigern.

Es wird den Unternehmen besser dienen, wenn Einzelpersonen aufgrund ihren wertvollen Kernstärken in Bezug auf geschäftliche Anforderungen für zielorientierte Projekte ausgewählt werden, anstatt Projektteammitglieder im traditionellen Stil aus den beteiligten Abteilungen auszuwählen. Mit diesem „Laser-Fokus“-Ansatz zur Strategie über Projekte können Ressourcen-, Zeit-und Budget-Einsatz  optimiert werden.

 

TREND 2: DIE ABKEHR VON OPERATIVEN HIERARCHIEN, UM DIE STÄRKEN DER MITARBEITER ZU NUTZEN

Während organisatorische und kulturelle Stärken stark vom Management (von oben nach unten) beeinflusst werden , gibt es in der Regel die „ruhige“ Mitarbeiter-Ebene, die den gesamten Rest des Unternehmens ausmacht. Sie hat starke Auswirkungen auf die Organisation und die Kultur, ob anerkannt oder nicht. Die Führung muss positive und produktive Wege finden, um die verschiedenen Stärken ihrer Leute zu suchen, zu fördern und zu belohnen und damit ein stärkeres Teamumfeld aufzubauen und zu stärken.

Intelligente Führung kann sich entscheiden eine offene Tür Politik einzuführen, wenn Nicht-Management-Mitarbeiter unterschiedliche Meinungen, Ideen und Arbeitsweisen haben und diese einbringen. Sie können die Möglichkeiten ergreifen diese Personen  in einer Weise zu unterstützen, dass sie  einen innovativen, progressiven und konstruktiven Einfluss im Unternehmen haben können.

Hierarchische Organigramme müssen so umgestaltet werden, dass Menschen mit „intrapreneurialen“ Mentalitäten, trotz der Befehlskette, Ideen mit den Entscheidungsträgern teilen können. Es ist besser, ein Umfeld zu haben, in dem große Ideen intern von jedem Mitarbeiter kommen können, anstatt extern von Ihren Mitbewerbern. Individuelle und kulturelle Unterschiede sind nicht schlecht, sie haben das Potenzial, das Neue und Verbesserte zu sein, erfordern jedoch, dass man die Angst und Kontrolle bekämpft, um größer denken zu können.

 

TREND 3: DER ERHÖHTE BEDARF AN RECHENSCHAFTSPFLICHT UND SOZIALER VERANTWORTUNG

Wenn Sie Unternehmer fragen, was das Wichtigste ist, sagen sie meistens Gewinn. Es ist aber nicht genug sich nur auf die unterste Zeile zu konzentrieren. Wieviel trägt die soziale Verantwortung und Verantwortlichkeit bei, wenn es um die Durchführung von Projekten oder Geschäfte geht?  Wenn man die ganze Welt mit einbezieht, können sich Unternehmen nicht mehr die Anonymität zurückziehen und soziale, sowie ökologische Faktoren nicht berücksichtigen.

Menschen und Unternehmen wollen Geschäfte mit Unternehmen machen, die Transparenz, Sichtbarkeit und Verhaltensweisen zeigen, die ethisch, sozial verantwortlich sind. Projekte sind dabei keine Ausnahme. Sie werden durch eine sorgfältige Überwachung und Messung in einer Weise beobachtet, die sicherstellt, dass sie die gesetzlichen, rechtlichen, umweltbezogenen, steuerlichen und berichtspflichtigen, sowie sozialverträglichen Anforderungen erfüllen. Schutzmaßnahmen sollten identifiziert und umgesetzt werden, um sicherzustellen, dass die Rechenschaftspflicht im Vordergrund steht um die Interessengruppen, Kunden und die Allgemeinheit zu schützen und das gilt für alle Projektaktivitäten und -ergebnisse. Letztendlich haben diese Faktoren die Möglichkeit, direkt oder indirekt Einfluss auf das Endergebnis zu haben.

 

TREND 4: MEHR WERT AUF SOFT-SKILLS, NICHT NUR TECHNISCHE AUSBILDUNG

Neben der PM-Zertifizierung und der technischen Ausbildung werden weiche Kompetenzen (Soft-Skills) und solide Kommunikation – ob mündlich oder schriftlich – weiter an Wert gewinnen. Ein Grossteil des Projektmanagements betrifft Menschen, die dadurch in hohem Masse betroffen sind, weil sie Interaktionen mit anderen Menschen aufgrund des Projektes haben. Fähigkeiten wie die Konfliktlösung müssen sich mit Mehrdeutigkeit, Diplomatie und Vertraulichkeit auseinandersetzen und stehen an erster Stelle, da mehr und mehr Projekte global umgesetzt werden und Sprachen sowie kulturelle Barrieren sich transzendieren.

Projektmanager müssen positive und konstruktive Wege entwickeln, um Probleme zu lösen, sobald sie entstehen. Menschen mit diesen Soft Skills sind nicht leicht zu finden und sind immer mehr gefragt. Manchmal kann das, was wie eine unschuldige Geste, Wort oder sogar Körpersprache erscheinen kann, zu großen Missverständnissen und Zwietracht führen. Andere hochwertige Sachkenntnisse, die Arbeitgeber bei einem Projekt-Manager suchen, sind Agilität, Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeiten sich schnell auf das Wesentliche zu refokussieren, sowie ein fundiertes Urteilsvermögen.

TREND 5: FERNARBEIT, PM TOOLS & SICHERHEIT

Die Mitarbeiter werden  mobiler und sind weiter verteilt, wodurch eine  Notwendigkeit für Remote-Projektmanagement-Tools und Arbeit entstehen. Mit der richtigen Technologie können man entscheidend dazu beitragen die Projektpläne, Budgets und insgesamt Erfolg zu verbessern. Remote Projektmanagement ist nicht für jedes Unternehmen, aber es gewinnt zunehmend an Popularität und Nachfrage. Daher müssen Sicherheitsrichtlinien und -verfahren entwickelt und implementiert werden, um die Client-Daten sicher zu schützen, insbesondere wenn Mitarbeiter oder Hersteller ihre eigenen mobilen Geräte verwenden.

Zu den weiteren Faktoren, die in der Projektarbeit berücksichtigt werden müssen gehören die Produktivitätsverschlechterung, der Standort, die Distanz oder die Zeitzonenunterschiede, die Kommunikationsbarrieren sowie der Zugang zu Technologien und Daten. Es sollten realistische und praktische Richtlinien und Praktiken identifiziert und umgesetzt werden. Teams müssen mit einer erhöhten Frequenz miteinander kommunizieren und verbunden sein, da die Belegschaft mobiler wird. Dies schafft ein Bedürfnis für verbesserte Business Intelligence, Cloud-basierte Projektmanagement-Lösungen und mobile Apps für den Datenaustausch und neue Formen der Zusammenarbeit.

Sind Sie bereit für diese neue Welt?

Wann verändern sie ihre Projektmanagement-Landschaft?

Autor

Michael Wyrsch

International tätiger Berater, Coach und Trainer für Human Change Management, Innovation und Wissensmanagement · Inhaber der Wyrsch & Partner GmbH · Master Coach und Autor von LUDOKI Change


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